
ERGEBNISSE KAPITEL 3
schweig (DSMZ) angezogen worden waren. Mit Hilfe von PCR-Amplifikationen konn-
te gezeigt werden, daß die kürzere Variante der 23S rRNA erst ab 2003 innerhalb der
Zellkulturen der DSMZ auftauchte und seitdem beide Varianten in einem Gemisch vor-
lagen. Da durch die deutliche Verkürzung der 23S rRNA von einem Funktionsverlust
des Gens ausgegangen werden muß, wurde die kürzere Variante als Deletionsmutante
gewertet und das vollständige 23S rRNA-Gen der längeren Variante dem Wildtyp-
Stamm zugewiesen.
3.II.1.6 Vorhersage und Annotation kodierender Sequenzen
Aufgrund des niedrigen G+C-Gehaltes des Msp. stadtmanae-Genoms (siehe 3.II.2.1)
liegen die A/T-reichen STOP-Codons (TAA, TAG, TGA) statistisch gehäuft vor. Da-
durch wird einerseits die Anzahl zufälliger, artifizieller offener Leserrahmen (ORFs)
drastisch reduziert und andererseits durch die stark begrenzte Länge der kodierenden
ORFs eine zuverlässigere Vorhersage der START-Codons möglich. Die CDS-
Vorhersage wurde mit
YACOP durchgeführt (siehe 2.13.1). Aufgrund der geringen
Größe und der relativ homogenen Struktur des
Msp. stadtmanae-Genoms lieferte diese
Vorhersage eine gute Grundlage für die anschließende manuelle Annotation in
ERGO,
die am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg von H. Seedorf
durchgeführt wurde. Als besonders hilfreich für die Annotation erwies sich wiederum
der Sequenzvergleich mit
Methanothermobacter thermautotrophicus str. Delta H (Smith
et al.
, 1997).
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